Werde Schiedsrichter/in: Ein Weckruf.

Schiedsrichter/innen sind wertvoll und selten. Die Rahmenbedingungen als SCW-Schiri sind besser den je.

Den einfachen Weg gehen. Lieber eine Abkürzung nehmen. Schnell zum
Fast Food greifen, anstatt gesund zu kochen. Wir haben alle schon solche
Entscheidungen getroffen. Nur selten haben sich dann diese
einfachen Wege als sinnvoll herausgestellt. Einige haben wir sogar im
Nachhinein bereut und uns vielleicht geschworen, solches nie wieder zu tun. Es
kennt ihn jede und jeder – den einfachen Weg.

Woran man im Leben wächst, sind die schweren Entscheidungen, die man
trifft: von zu Hause auszuziehen, den Job zu wechseln, eine neue
Ausbildung zu beginnen, ein Start-up zu gründen oder Schiedsrichter/in
zu werden. Sämtliche dieser Entscheidungen kosten viel Einsatz,
Herzblut und Durchhaltevermögen. Egal, was man tut: Wenn die
Entscheidung schwer fiel, bereut man sie in der Regel im
Nachhinein nicht. Denn entweder scheitert man an der Herausforderung
und lernt extrem viel dazu oder man wird so richtig erfolgreich damit.
So Erfolgreich, dass nach oben keine Grenzen mehr gesetzt sind – bis
hoch in den Himmel natürlich.

Vor allem in den letzten Wochen und Monaten ist uns allen bewusst
geworden, dass es wenige Menschen sind, die zu Heldinnen und Helden
einer Bevölkerung avancieren. So ist es im Sport nicht anders. Nur
leider trägt das Pflegepersonal, der Lieferservice oder eben auch
ein/e Schiedsrichter/in keinen Heldenumhang, obwohl sie es verdient
hätten.

Der Fussball verändert sich. Regeln werden neu ausgelegt. Was ist
heute noch ein Handspiel? Wann soll man ein Abseits pfeifen? Auch mit
dem neuen VAR hat der Fussball weltweit ein Zeichen gesetzt.
Schiedsrichter/in zu sein, ist eine echte Herausforderung. Wir kennen
alle den Schiri am Bildschirm. Er muss überall sein, konditionell top,
Übersicht behalten, schnelle und korrekte Entscheidungen treffen und sich immer
unzählige Kommentare anhören. In der Realität ist es aber oft nicht so. Ein
Erfahrungsbericht:

Ich persönlich bin seit 3 Jahren Schiedsrichter. Ich bin Schiri
geworden, weil ich als Fussballer zu schlecht war, jedoch dem Fussball
weiterhin etwas zurückgeben wollte. Ich war damals 22 Jahre alt und
studierte noch. Jedes Wochenende zusätzlich 90 Franken zu
verdienen, war für mich als Student wertvoll. In meiner ersten Saison
war ich total neben der Spur. An meinem ersten Spiel –
15-jährige C-Junioren in Oerlikon notabene – habe ich in der 3.
Spielminute einen Penalty nicht gegeben. Mist! Mein erstes Spiel – und
schon habe ich mich blamiert, dachte ich. Meine Partnerin und mein
Schiri-Coach haben mich zum Spiel begleitet. Und da stand ich dann. 22
Spieler, 2 Trainer und zig Eltern starrten mich an, und ich blieb stumm
und machte einfach nichts. 10 Sekunden später ging es dann weiter mit
Abstoss. Niemand reklamierte. Kein Gerangel. Ich begriff die Welt
nicht mehr. Aber der Abstoss wurde ausgeführt, und ich lief wieder mit.
Nach dem Spiel bekam ich Lob von meinem Coach. Er hat meinen Fauxpas
natürlich erkannt. Er sagte mir aber: „Du warst nah an der Szene und
hast nicht gepfiffen. Das war o. k., weil man es dir abgekauft hat.“ Ich
begriff dann, dass ein „guter Schiri“ eigentlich auch ein guter
Verkäufer ist.

Unsere 1. Mannschaft spielt pro Halbsaison ca. 11 Spiele. Das ergibt pro
Saison deren 22. Ein/e Schiedsrichter/in muss allerdings nur 12 Spiele pro
Saison leiten. Irgendwo geht also die Rechnung nicht ganz auf. In
meiner zweiten Saison habe ich persönlich dann ganze 34 Spiele
geleitet. Dann geht also die Rechnung wieder auf. Ich war fit.
Vielleicht der fitteste Wipkinger damals? Wer weiss. Jedenfalls habe
ich sämtliche Spiele freiwillig gepfiffen. Als Schiri ist man eben nicht
nur auf, sondern auch neben dem Platz der Chef. Sogar dem Verband
gegenüber hat man das Sagen. Jede/r Schiedsrichter/in bestimmt nämlich
selbst, was er pfeift, nämlich:
– an welchen Tagen
– zu welchen Zeiten
– an welchen Orten
– in welchen Ligen
– und eventuell von welchem Geschlecht

Und hier ist es tatsächlich so, dass sämtliche Wünsche erfüllt werden.
Wirklich. Unser Elite-Schiedsrichter Daniel Kilchsperger zum Beispiel
(seit 8 Jahren Schiri) pfeift in der Regel vor allem B- oder
C-Junioren/-innen. Unser Master-Elite-Schiedsrichter Peter Fuhrer (seit
27 [!] Jahren Schiri) pfeift hingegen auch mal ein 4.-Liga-Spiel der Frauen. Ich persönlich pfeife querbeet eigentlich alles von Ramsen
SH bis nach Lachen SZ.

Folgende Vorteile geniesst ein SCW-Schiri:

kostenlose Mitgliedschaft beim SCW (ohne Mitgliederbeitrag)
Einladung an Vereinsanlässe (Neujahrsapéro, GV usw.)
– Der SCW übernimmt sämtliche Ausbildungskosten.
– Der SCW übernimmt die Ausrüstungskosten (auch nach der Ausbildung!).
– kostenloser Eintritt an alle SFV-Ligaspiele in der ganzen Schweiz (Super
League, Challenge League) – in der Regel auch dann noch, wenn die
Tickets schon ausverkauft sind!
– Spesen pro Spiel zwischen 80 und 120 Franken
– pro Jahr einen Schiri-Lohn obendrauf von 500 Franken
– einen Coach, der dich während der ersten Saison begleitet
– Schon ab 15 Jahren darf man sich als Schiri anmelden.

Wir finden, dass neben der sportlichen Fitness und der
Persönlichkeitsentwicklung als Schiri auch diese Vorteile noch dazu
passen. Und ich bin fest davon überzeugt, dass unter den
mehr als 500 SCW-lern mehr als nur 3 Schiedsrichter vorhanden sind.
Die Gleichberechtigung ist ebenfalls gewährleistet: Damen dürfen natürlich auch
Karriere machen, wenn sie wollen. In uns allen steckt ein bisschen
Schiedsrichter/in. Ich hoffe nur, dass ihr euch bei mir, Hakan,
meldet. Klar ist: Bereuen werdet ihr die Entscheidung nicht.

schiri@scwipkingen.ch oder 076 389 73 33

Euer
Leiter Schiedsrichter

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